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Mit Werner Lerooy durch Brüssel streifen

Werner Lerooy führt eine Art Doppelleben: Im Alltag arbeitet er als Dozent für IT- und Wirtschaftsthemen in Brüssel, in seiner Freizeit streift er stundenlang durch die Gegend und ist auf der Suche nach den schönsten Motiven und Spots zum Fotografieren. Seine Suche zahlt sich aus.

Meistens ist Werner in seiner Heimatstadt Brüssel unterwegs zum Fotografieren. ,,Ich kann mich nicht satt sehen an der beeindruckenden und ganz eigenen Architektur der Stadt.“, sagt er. Die belgische Hauptstadt Brüssel ist nicht nur Hauptumschlagplatz für Schokoladenhandel, sondern zieht jedes Jahr viele Touristen an, die die Stadt für ihren internationalen Flair, die Leckereien und die schönen, alten Gebäude schätzen.

Werners Kunstwerken sieht man nicht nur die Liebe für Brüssel an, sondern auch seine bedachte Auseinandersetzung mit geometrischen Formen, Symmetrie und Komposition der Linien und Umrisse. ,,In einem richtig guten Bild müssen viele Faktoren zusammenspielen, aufeinander Bezug nehmen, sich kontrastieren. Danach suche ich immer in Szenen oder Motiven, die ich beobachte und dann eben fotografiere. Diese Szenen können unterschiedlicher Art sein. Ich finde in Architektur, aber genauso auch in Menschenmassen oder öffentlichen Orten Momente, die mich interessieren und die ich festhalten will. Wichtig ist, dass das Bild Emotionen enthält und beim Betrachter auslöst. Denn das ist für mich das richtig Spannende an Fotografie!“

Andere Leute hauen sich nach ihrem Vollzeitjob auf ihr Sofa, Werner legt danach erst richtig los. ,,Mindestens 15 Stunden pro Woche widme ich auf jeden Fall der Fotografie. Dazu gehört aber natürlich auch die Auswahl des Motives und des Standortes und die Nachbearbeitung im Bildbearbeitungsprogramm.“

Werners absolutes Lieblingsbild von sich heißt ,,Le Falstaff“. Hier wird seine Begeisterung für das Linienspiel ganz offensichtlich. ,,Diese tolle Jugendstildecke habe ich in der Gaststätte Le Falstaff in Brüssel entdeckt. Das Lokal befindet sich in einem wunderschönen Gebäude, das schon 1903 erbaut wurde, und überall mit reichen Verzierungen geschmückt ist. Es ist wirklich toll, ich würde einen Besuch dort jedem empfehlen, der nach Brüssel reist. Am Bild gefällt mir aber nicht nur die Verzierungen, die Symmetrie und die Muster, sondern vor allem die Geschichte dahinter. Das Gebäude ist von innen nämlich erst seit einigen Jahren renoviert. Einmal, als ich das erste Mal dort war, konnte ich einfach nicht widerstehen und habe mitten im vollen Restaurant zwischen all den Menschen versucht, eine gute Aufnahme zu machen. Der Winkel war schwierig und das Bild ist, wenig überraschend, leider nichts geworden. Aber anstatt enttäuscht zu sein, habe ich mich um eine Fotogenehmigung und ein gutes Stativ gekümmert und habe es einfach nochmal versucht, diesmal im leeren Restaurant und siehe da – das Bild ist wirklich wunderschön geworden.“

Stylist Fela über die Bilder von Werner Lerooy: "Das Spiel mit Linien und Formen in Werners Fotografie strahlt Ruhe und Kraft aus."
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