Auf der Rennstrecke mit Richard Kortland

Andere Leute verbinden mit ihrer Kindheit vielleicht den Geruch von Pommes im Freibad oder den muffigen Duft in Omas Treppenhaus. Richard Kortland ist da ein bisschen anders. Wenn er an seine Kindheit zurückdenkt, erinnert er sich vor allem an Benzin und quietschende Reifen. Wer zwischen schnellen Autos und Motorrädern aufwächst, kennt Rennstrecken wie seine Westentasche. Motorsport und Fotografie – dafür brennt Richard. Wie gut, dass es ihm immer wieder aufs Neue eindrucksvoll gelingt, seine beiden Leidenschaften zu kombinieren!

Sein Weg zum professionellen Fotograf war lang:

,,Zwar weiß ich seit ich fünfzehn oder sechzehn Jahre alt bin, dass ich mich in meiner Fotografie ganz dem Motorsport widmen mag. Allerdings war ich jung zu einer Zeit, als Digitalkameras noch neu waren und die Qualität der Aufnahmen meist mangelhaft. Mir war schnell klar, dass ich auf jeden Fall eine bessere Kamera brauche, wenn ich wirklich spannende Aufnahmen vom Motorsport machen will. Die Wagen rasen mit so einer unglaublichen Geschwindigkeit, da muss eine Kamera erstmal mitkommen!“, lacht Richard.

Kameras, die dazu in der Lage sind, gab es schon länger – allerdings zu einem Preis, den Richard, damals Student, keinesfalls aufbringen konnte. Jahrelang blieb Richard also nur, von einer besseren Kamera und den atemberaubenden Bildern, die ihm mit der richtigen Ausstattung gelingen könnten, zu träumen.

Porsche Le Mans

2008 war endlich Richards Jahr. Er leistete er sich eine Spiegelreflexkamera und konnte richtig loslegen.
,,Erst ab da konnte ich mich wirklich intensiv mit der Fotografie auseinandersetzen und mehr als nur Schnappschüsse machen“, erklärt uns Richard. ,,Am Anfang habe die Bilder trotzdem immer nur als Bildschirmschoner auf meinem Computer benutzt. Ich hätte gar nicht gewusst, was ich sonst mit ihnen anfangen soll.“

Mercedes AMG GT3

,,Ich denke am wichtigsten ist, dass meine Fotos Action enthalten, sie müssen dynamisch und adrenalingeladen sein. Denn das ist es ja, was den Motorsport so einzigartig und aufregend macht. Mir geht es nicht darum, ein schönes, scharfes Foto von einem Rennwagen zu machen. Viel mehr möchte ich Geschwindigkeit abbilden, das Auto, wie die Räder vom Boden abheben und eine riesige Staubwolke aufwirbeln“, erzählt uns Richard.

Jumbo Racing Team - 24 Stunden von Le Mans

Das änderte sich schlagartig mit dem 24-Stunden-Rennen von Le Mans. Dieses Langstreckenrennen, das jedes Jahr im Juni in Frankreich stattfindet, ist in der internationalen Motorsportgemeinschaft berühmt-berüchtigt. Einen ganzen Tag lang versuchen die Fahrer so viele Runden wie möglich zu fahren. Dabei werden sie vom Publikum bejubelt und die Presse zeigt stets großes Interesse an diesem Event. Auch Richard war natürlich vor Ort.

,,Für jeden Fotografen, der sich für Motorsport interessiert, ist dieses Rennen der Höhepunkt des Jahres! Es ist einfach perfekt, gerade weil das Rennen einen ganzen Tag lang andauert. So erlebt man als Fotograf ständig wechselndes Licht, die Wetterbedingungen ändern sich und man kann auf den Bildern unterschiedliche Stimmungen einfangen.“ Während dieses Rennens gelang Richard eine ganz besondere Aufnahme.

Toyota 24 Stunden von Le Mans 2018

Richard wurde klar, dass er mehr mit seinen Fotos anfangen musste. Mit seiner gelungenen Aufnahme vom Rennen, das er „Corvette bei Regen – 24h Le Mans 2016“ nannte, erreichte er den fünften Platz eines internationalen Fotowettbewerbs. ,,Das hat mich ermutigt und mich darin bestärkt, mit meiner Fotografie viel mehr Menschen zu erreichen.

Corvette - 24 Stunden von Le Mans 2016

Es fing an zu regnen“, erzählt er uns. „Das war aber nicht nur ein kleiner Schauer, es war ein gigantischer Wolkenbruch. Es bildeten sich sogar Flüsse auf der Fahrbahn! Jedes Auto musste die Rennstrecke verlassen, um zum Team an der Box zurückzukehren. Obwohl wir uns unter einem Dach befanden, war der starke, prasselnde Regen für viele der Fotografen ein Grund, ihre Sachen zu packen und an einem trockenen Ort in Sicherheit zu bringen. Ich war der einzige, der sich entschied dort zu verharren, bis alle Autos zurück waren. Ich wartete und wartete, doch es hörte einfach nicht auf zu regnen! Erst nach einer gefühlten Ewigkeit fuhr ein Auto nach dem anderen zurück, aber die Situation war schwierig zu fotografieren, es entstanden kaum gelungenen Aufnahmen, das Licht war nicht gut.

Doch dann fuhr dieses eine Auto heran, dicht gefolgt von einem weiteren Wagen. Das war ein besonderer Moment und sehr eindrucksvoll, weil das vordere von den Scheinwerfern des hinteren Autos beleuchtet und in Szene gesetzt wurde, was einem deutlich vor Augen führte, wie stark es tatsächlich regnete. Die Atmosphäre war der Wahnsinn! In dem Moment, als ich das Foto machte, habe ich es schon gespürt: Das war DAS Foto. Das war einfach ein überwältigendes Gefühl – meine Geduld hatte sich ausgezahlt!

Stylist Fela über die Bilder von Richard Kortland: "Bist du auch neugierig geworden auf Richards Bilder? Du findest seine beliebtesten Bilder hier bei uns!"
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